Mittwoch, 2. Oktober 2013

Rezension - Todesengel

Todesengel

Andreas Eschbach

Bastei Lübbe
Hardcover, 541 Seiten
Ersterscheinung: 20.09.2013
ISBN: 978-3-7857-2481-1













 Kurzbeschreibung:

Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt, heißt es, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat?
Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich – er kann es beweisen.
Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf …

Meine Meinung: 

Ein Rentner wird von mehreren Jugendlich grundlos zusammengeschlagen. Natürlich hat der alte Mann keine Chance, bis plötzlich eine strahlend weiße Gestalt auftaucht und die Jugendlichen erschiesst und genauso schnell, wie sie kam wieder verschwunden ist. Bei der Vernehmung durch die Polizei, gerät der Rentner Erich Sassbeck selber unter Verdacht die Jugendlichen erschossen zu haben, denn seine Version der Geschichte erscheint der Polizei mehr als nur zweifelhaft. Der recht erfolglose, junge Journalist Ingo Praise beginnt zu recherchieren und ahnt nicht mal, was er damit in Gang setzt...

Ich habe, muss ich zu meiner Schande gestehen, erst ein Buch von Andreas Eschbach, "Das Jesusvideo", gelesen. Obwohl das schon Jahre her ist, kann ich mich noch äusserst gut an das Buch erinnern und weiß auch noch, dass ich mehr als begeistert war.

"Todesengel" empfehle ich dann zu lesen, wenn man wirklich genügend Ruhe hat. Es handelt sich hier nicht um einen brutalen Thriller, in dem es von Gemetzel nur so wimmelt, nein, das Grauen, das Andreas Eschbach beschreibt, befindet sich schon seit langer Zeit in unseren Straßen und ist so grausam und so erschreckend realistisch beschrieben, dass ich sehr, sehr oft bei der Lektüre das Gelesene erst mal sacken lassen musste.
Oft wusste ich nicht mehr wo oben und unten ist, wusste nicht, wer Opfer und wer Täter ist.

Der Journalist, Ingo Praise, der mir anfangs sehr gefallen hat, entwickelt sich immer mehr zu einem Unsympath allererster Klasse. Plötzlich schwimmt er, dank seiner Recherchen, auf der Erfolgswelle und verändert sich. Zwingt schon fast der Gesellschaft die Meinung auf, dass Gleiches mit Gleichem vergolten werden sollte und alles wird gut. Weit gefehlt! Mehrheit macht stark, oder? Ist das gut oder ist das erst der Anfang zu der ein oder anderen Straftat? Ist es nicht so, dass selbst schon Kinder, wenn sie in der Gemeinschaft auftreten plötzlich Dinge tun, die sie wahrscheinlich niemals tun würden, wenn sie alleine handeln müssten?

Wo fängt Zivilcourage an und wo hört sie auf? Andreas Eschbach geht sehr kritisch mit diesem Thema um. In der Vergangenheit haben wir ja schon gehört, dass Menschen, die anderen in einer gefährlichen Notsituation geholfen habe, selbst verletzt oder gar getötet wurden. Was passiert eigentlich, wenn man hilft und die Angreifer dabei zu Schaden kommen? Gut möglich, dass man selbst von der Justiz belangt wird und das kann unter Umständen Folgen nach sich ziehen, die das ganze Leben nicht gerade zum Positiven verändern können. Hilft man nicht, kann man wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden.

Bevor ich noch zu viel von der Handlung verrate, schliesse ich nun meine Rezension mit der dringenden Empfehlung dieses Buch zu lesen - unbedingt! Ich halte "Todesengel" für ein ungemein wichtiges Buch, das nicht mal so runtergelesen werden kann, sondern einen bitteren Nachgeschmack, Nachdenklichkeit und vielleicht sogar Selbstkritik hinterlässt!

Fazit: Mein bisheriges Jahreshighlight in 2013! Ein Meisterwerk, das in mir persönlich den dringenden Wunsch geweckt hat, in Zukunft viel mehr von Andreas Eschbach lesen zu wollen! Brilliant!

Kommentare:

  1. Hallo Alex,

    da scheine ich ja gestern Abend die richtige Entscheidung getroffen zu haben, als ich mir das Buch bei Audible runter geladen habe :-)
    Ich bin gespannt.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das war goldrichtig! Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

      Liebe Grüße
      Alex

      Löschen
  2. Danke für diese tolle Rezension. Werde mir das Print sogleich besorgen!

    AntwortenLöschen