Donnerstag, 3. April 2014

Chatprotokoll zum Live-Chat mit Annelie Wendeberg

Am 30.03. war es wiedermal soweit und ein weiterer Live-Autoren-Chat fand statt. Dieses Mal waren leider nicht so viele Chatter anwesend, was wahrscheinlich an dem tollen Wetter lag, dass zu einem Grillabend regelrecht eingeladen hat.

Trotzdem war es ein sehr schöne und interessanter Live-Chat mit Annelie Wendeberg, der Autorin des Krimis "Teufelsgrinsen". Hier nun das Protokoll zum Chat, für alle, die nicht dabei sein konnten  ( übrigens: wir können alle schreiben, wie das aber in einem Chat so ist, schleicht sich dann und wann mal ein Rechtschreibfehler ein *gg*):

Thrillertante: dann fangen wir jetzt an :) Herzlich willkommen zum Live-Autoren-Chat!Ich freue mich, dass Annelie Wendeberg, die Autorin von "Teufelsgrinsen" sich heute im Chat zur Verfügung stellt! Nun darfst du, liebe Annelie :)

Annelie: Hallo Alle :-)

Annelie: Das ist mein erster Chat (der erste, wenn's nicht um Probleme mit Web Providern geht jedenfalls)

Annelie: Also, kurze Vorstellung:

Annelie: Ich bin die Annelie. Der, der immer Schreibfehler einbaut, ist mein Mac Book Air. Der kann nur Englisch

Annelie: Ansonsten gibst über mich nicht viel zu sagen (sprich: Ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll)

Ina: Warum schreibst du in englisch? ist das deine Muttersprache?

Annelie: Nee. Ick bin 'ne alte Ossi

Annelie: Englishc gabs in der Schule, und das habe ich während des Studiums falls alles vergessen

Annelie: Weil ich die Sprache nicht gebraucht habe

Annelie: Erst während meiner Doktorarbeit musste ich mir Englisch wieder aneignen

Ina: Aber dein Buch ist doch zuerst in englisch erschienen? Oder täusche ich mich jetzt

Annelie: Doch, richtig :-)

Annelie: Danach (Dr Arbeit) kamen zwei Jahre in Kalifornien. Da hab ich englisch fliessend gelernt

Annelie: Und jetzt rollt es einfach besser von der Zunge. Im Deutschen fühle ich mich immer ein bissl prollig

Annelie: Heisst aber nicht, dass das schreiben auf Englisch von Anfang an gut geklappt hat

Ciro: Deshalb auch erst in englisch erschienen?

Ina: Ah. ok... Hast du dein Buch selber übersetzt?

Annelie: Genau, darum auf englisch zuerst erschienen und selbst publiziert. Aber nein, nicht selbst übersetzt. Der KiWi Verlag hat professionelle Übersetzer engagiert

Annelie: Und es war echt krass, das Teufelsgrinsen dann zum ersten Mal auf deutsch zu lesen

Ina: hihi... das finde ich witzig

Ciro: Und bist zu zufrieden mit der Übersetzung, oder gibt es stellen, die du anders übersetzt hättest?

Annelie: Ich bin voll zufrieden, denn ich durfte ja "drin rum pfuschen"

Annelie: Die Kathrin Bielfeld und Jürgen Bürger sind zwei sehr lustige und angenehme Menschen. Die testen auch das Buch auf Korrektheit

Annelie: Z.B.: Es gubt im zweiten Buch eine Stelle, wo Holmes zwei bis drei Treppenstufen pro Schritt herunter springt

Annelie: und die haben das AUSPROBIERT um zu sehen ob es klappt

Annelie: An der Stelle hatten wir ein längeres Telefongespräch und haben unsere Treppen-runter-hüpf Erfahrungen diskutiert.

Ciro: hast du den viel "gepfuscht":-)

Annelie: Hehe! Ich habe schon drin rum gepfuscht. Wir haben lange darüber diskutiert, wann und ob geduzt werden soll

Thrillertante: wie lange hast du denn an band 1 geschrieben, annelie?

Annelie: Neun Monate von der Idee zum publizierten Buch.

Annelie: Wie ein Kind, also :-)

Thrillertante: ein prächtiges kind hast du da zustande gebracht :)

Annelie: :-D

Annelie: Danke!

Thrillertante: wie war denn deine erste lesung in deutschland? warst du sehr nervös?

Annelie: Die erste Lesung war gut. Nervös war ich schon, obwohl ich's gewöhnt bin Vorträge vor weit größerem Publikum zu halten. War aber eben meine erste Lesung und ich hatte NULL Ahnung was erwartet wird

Thrillertante: hast du eigentlich "ärger" mit holmes fans bekommen?

Annelie: Teilweise...

Annelie: Also erstmal zu den Holmes Fans: Da gibt es ja eine Menge ganz genauer Vorstellung, wie Holmes zu sein hat.

Annelie: Und ich hab viel nachgefragt, wie er in den Köpfen der Leute aussieht. Da gibst diesen Unterschiede. Nicht nur abhängig davon, ob die Leute BBC Sherlock Fans sind oder Jeremy Brett Fans oder Sherlock Holmes Puristen

Annelie: Ein Beispiel (um die erste Holmes Frage zu beantworten). Ich habe die Leute danach befragt, wie sie sich Holmes Sexualität vorstellen

Annelie: GANz brenzlige Frage

Annelie: Durchschnittlich kam raus: Heterosexuelle sind überzeugt, Holmes hatte was mit Irene Adler. Homosexuelle denken, er hatte was mit Watson

Annelie: Asexualle denken, er hatte nie Sex mit irgendwem

Annelie: Man beurteilt was man sieht, also immer vom eigenen Standpunkt und den eigenen Erfahrungen

Ina: Hast du Vorbilder oder ähnlich Menschen in deinem Bekanntenkreis, die mit deinen Protagonisten Ähnlichkeiten haben

Annelie: Schwer zu beantworten. Die Protagonisten haben ein sehr starkes Eigenleben und ich lass sie machen. Sie in irgendeine Form zu pressen klappt nicht

Ciro: Warum den eigentlich Holmes ?

Annelie: Um die Warum Holmes Frage zu beantworten, muss ich ein bissl ausholen

Annelie: Anna's eigentliches Gegenstück war ein Inspektor von Scotland Yard

Annelie: Zwecks Hntergrundforschung habe ich Literatur aus der späten viktorianischen Zeit gelesen und damit auch zum ersten Mal Conan Doyle

Annelie: Holmes bliebt "hängen"

Annelie: Aber so nachhaltig dass er nicht mehr von meinen Mordschauplätzen wegzukriegen war.

Annelie: ...und immer mit einem schlauen Kommentar auf den Lippen

Annelie: Von-der-Klippe-schmeissen hat ja bei Conan Doyle auch nicht funktioniert. Also schrieb ich die Geschichte mit Anna und Holmes

Thrillertante: die dialoge zwischen holmes und anna sind aber auch klasse! hab oft schmunzeln müssen

Annelie: Ich hab oft kichern müssen, beim schreiben

Ina: McFly schreibt und Annelie lacht.. das stell ich mir gerade bildlich vor

Annelie: Jaaaaa, die komischen Gehirne machen manchmal Sachen

Annelie: :-)

Annelie: Ich versuch mir mein Leben gerade ohne Schreiben vorzustellen...

Annelie: ...geht nich

Ina: machst du noch was anderes.. also beruflich

Ina: außer Physik

Annelie: Jup. Ich bin Umweltmikrobiologin, Wissenschaftsbloggerin, Hausbastlerin, Garten-umbuddlerin, Mama, und Wildscheinschinken-Macherin

Annelie: Physik hat meine Mama mal gemacht :-)

Annelie: achso... Und Magnus-Schockerin (Magnus ist mein Mann)

Ina: da bist du wirklich ausgelastet

Annelie: könnte man sagen

Annelie: LOL

Thrillertante: wow...du schläfst aber auch manchmal, oder? :D  

Thrillertante: ach stimmt ja, du schreibst nachts! :D

Annelie: Nix ist schlimmer als Langeweile. Es hilft auch enorm keinen Fernseher zu haben

Annelie: Nachts schreibt es sich grusliger

Thrillertante: ich hätte vor meinen eigenen gedanken angst, glaube ich

Annelie: Echt? Hab ich schon erzählt, dass die Obduktionsszene aus dem 2. Kapitel zu großen Teilen echt ist (also selbst erlebt)?

Annelie: (um mal mit Grusligkeiten um mich zu werfen)

Ciro: Wie du warst bei einer Obduktion dabe

Annelie: Dabei und bis zu dem Punkt... äh, soll ich ins Detail gehen oder lieber nicht?

Ina: Details bitte.. wenn schon denn schon

Annelie: Ich hab ein Semester Forensische Toxikologie studiert

Annelie: Also Detail: Ich musste mal kurz raus, als das Gesicht von dem Mann halb runter gezogen wurde, damit die den Schädel aufsägen können

Ciro: wow.... Sehr interessant

Ciro: Da wäre ich auch vor die Tür....

Annelie: Die Gerichtsmediziner haben den für uns aufgehoben, obwohl der schon 2 Wochen in der Wohnung rumlag (im Sommer!) bevor er gefunden wurde

Annelie: Schon beim Betreten des Obduktionssaales (Geruch!) wurde die Spreu vom Weizen getrennt :-)

Annelie: Ich bin danach schnurstracks in die Mensa gegangen

Annelie: Aber an den Geruch erinnert man sich immer. Der geht so schnell nicht aus der Nase

Thrillertante: puh...konntest du danach noch schlafen?

Annelie: Schlafen war kein problem....

Annelie: Ich fand den Humor der Gerichtsmediziner eher problematisch...

Annelie: aber wen man das tag täglich tut ist es wohl nicht zu vermeiden, dass sich Routine und ein evtl ganz schön grauslicher Humor einstellt

Ciro: ich hätte auch mit dem Geruch so meine Probleme!

Annelie: Ja. Und Mensch riecht komischerweise ganz anders als Tier, beim Zersetzen

Annelie: Urks...

Annelie: Ich glaube, Ina ist umgekippt. Ina?

Ina: bin noch da... so schnell kipp ich nicht...

Annelie: LOL

Ciro: Und Geruchs Chat gibt es ja noch nicht!

Annelie: DAS WOLLT IHR NICHT

Ina: warum hast du mit dem Studium aufgehört?

Annelie: Weil ich fertig damit war :-)

Annelie: ...und mit Doktorarbeit weiter gemacht hab. Oder meist du, warum ich forensische Toxikologie aufgehört habe?

Ina: ja, forensische Toxologie meinte ich

Annelie: Forensische Toxikologie war nur für ein Semester ausgelegt. Und auf Dauer an Leichen rumschnippeln ist nicht mein Ding

Ina: nun zurück zum Buch... das deutsche Cover gefällt mir besser... hast du Mitspracherecht?

Annelie: Cover: Ja! Ich hatte Mitspracherecht. Wir sind durch diverse Versionen durchgegangen und ich hab dann diesen Vorschlag gemacht

Annelie: (warte, muss Link raussuchen)

Annelie: http://www.amazon.com/Devils-Grin-Kronberg-Crimes-ebook/dp/B00B7KGYAW/

Annelie: Ich war sehr froh, das der KiWi Verlag mich mitmachn liess

Annelie: Das ist nicht selbstverständlich, das ein Verlagshaus die Autoren mit entscheiden lässt

Ina: das andere gefällt mir besser

Annelie: Das Deutsche?

Ina: jups

Annelie: Ist ja auch ein professioneller Designer. Die anderen mach ich selbst (weil kein Geld für Designer)

Ina: wie viele Teile wird es insgesamt geben?

Annelie: Zur Zeit gibt es 3 veröffentlichte Bücher

Annelie: Und der erste Entwurf vom 4. ist heute fertig geworden

Annelie: ein 5. wächst gerade in meinem Kopf, wird aber nicht dauern bis sich was heraus kristallisiert

Ciro: Und alle erstmal auf englisch?

Annelie: @Ciro - ja, alle auf englisch

Ina: wann werden die anderen in D veröffentlicht?

Annelie: KiWi plant (vorerst) das 2. Buch im Frühjahr 2015 zu veröffentlichen. Die Übersetzung ist fast fertig

Ina: das ist ja noch lange hin...

Ina: *heul* mein englisch ist nicht so gut, das ich es mir zutrauen würde auf englisch zu lesen

Annelie: Da sind die Indie Autoren im Vorteil. Wir können publizieren wenn wir fertig sind :-)

Annelie: Nachteil aber: man macht alles selbst und was man nicht selbst machen kann muss man organisieren


 
Ciro: Stimmt... Bin am überlegen ob ich es dann nicht im englischen lesen sollte! Würde mir mal wieder gut tun... Und meinem Englisch auch!  
 
 
 
 
 


Annelie: Stimmt! Andererseits gehen auch viele Nuancen verloren. Ich schlage erstmal was einfacheres vor. Also erstmal ein Buch, das du schon mal auf deutsch gelesen hast, evtl?

Ina: Was liest du selber gerne?

Annelie: Ui! Ich les alles und quer Beet.

Annelie: Zu Zeit eine Autobiographie von Caminada - einem Inspektor in Manchester, spähtest 19. Jahrhundert

Annelie: SEHR detailliert und interessant. Vor allem, weil der Mann nicht aus der Oberschicht, bzw oberen Mittelschicht kam und seine Sprache ganz anders ist als was wir so aus der viktorianischen Literatur kennne
  
Annelie: kennen

Ina: liest dein mann auch deine Bücher?

Annelie: Mein Mann ist der erste, der meine Bücher zu lesen bekommt. Er nimmt sie dann auseinander. Er ist sozusagen mein erster und bester Kritiker

Annelie: Die erste Version vom Teifelsgrinsen war...

Annelie: ÜBELST

Annelie: und das hat er mir auch sanft so mitgeteilt. Krankenschwester Roman, mehr oder weniger

Ina: ach ja, war glaube ich Interview von Alex... er ist weg gegangen

Annelie: Genau. Er wollte nicht dass ich mich gleich scheiden lasse :-)

Ina: hast du dann komplett umgeschrieben?

Annelie: Ja, komplett.

Annelie: Und eine ganze Menge wurde gleich mal gelöscht

Annelie: Es war aber auch fast unerträglich...

Ciro: Hört sich nach viel Frust an!

Annelie: Hm... Frust ist man als Wissenschaftler gewöhnt - da funktioniert ja auch die Hälfte nicht so, wie man es sich vorstellt

Annelie: Und mir war ja auch klar, dass ich schreiben noch lernen musste (immernoch muss)

Annelie: ..und in den ersten Versionen hab ich zu viel GESCHRIEBEN und zu wenig zwischen den Zeilen gelassen. Das Schweigen klingen zu lassen musste ich noch lernen 

Ina: zweifelt man da nicht an sich selbst und verliert den mut?

Annelie: Slebstzweifel hab ich immer und ich finde das gut so, denn dann arbeite ich daran hupe

Annelie: Aber die gehören ja zu mir und lassen mich daran arbeiten, besser zu werden.

Annelie: Mut verlieren: nein. Wenn ich was will, verbeisse ich mich :-)

Ciro: Tolle Einstellung!

Annelie: Das richte Abenteuer kommt ja noch....

Annelie: Nächsten Sommer steige ich aus der Forschung aus (fester Job, Zukunft, gute Bezahlung, trallala)

Annelie: und gehe zu 100% in die Selbständigkeit. 

Annelie: Da bin ich schon gespannt wie sich die nächsten Monate entwickeln

Annelie: ...wird bestimmt wild

Ina: was hast du vor?

Annelie: Schreiben (Fiktion als auch Wissenschaftliches) und Wissenschaftler das Schreiben lehren

Annelie: und so kleinere Nebenprojekte....

Annelie: aber schaun mer mal (wie der Bayer sagt)


Annelie: oder die BAyerin 
 
 
 
 
 


Ciro: Dann wünsche ich dir an dieser Stelle schon mal viel erfolg!

Ina: ich schliesse mich Ciro an

Ina: Vielen Dank an Annelie und Alex, für den netten Abend     

Annelie: Danke euch allen für den neten Chat!

Annelie: netten (argh)

Thrillertante: ich danke dir, annelie, dass du dich für den chat zur verfügung gestellt hast! *verbeug*   

                  

                             

                                   
 
                             

                

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