Mittwoch, 16. April 2014

Rezension - Görings Plan

Jan Beinßen
Görings Plan



Kriminalroman
Hardcover mit Schutzumschlag
302 Seiten



ISBN / Bestellnr.:978-3-86913-420-8

Ars Vivendi  





Kurzbeschreibung: 



Nürnberg 1946: Die junge Hilfskrankenschwester Margarete Galstersteht im Dienste der Alliierten. An der Seite ihres Vorgesetzten, des Gefängnispsychologen William Stringer, trifft sie auf die größten Verbrecher dieser Zeit – die im Justizpalast inhaftierte Führungsriege der unterlegenen Nationalsozialisten. Keine leichte Aufgabe, denn »Gefangener Nummer 1«, der selbstherrliche Hitler-Stellvertreter Hermann Göring, versucht die junge Frau trickreich für seine Belange einzuspannen. Welchen perfiden Plan heckt der Todgeweihte aus? 68 Jahre später bekommt Rundfunkreporter Julian Heldt zufällig Wind von der Geschichte. Mit Hilfe der Volontärin Vic deckt er brisante, bislang unbekannte Details über die Nürnberger Prozesse auf. Doch seine Recherchen bleiben nicht lange unbemerkt …

Meine Meinung:

Julian Heldt ist Radiomoderator, moderiert eine Morningshow und ist nicht wirklich glücklich damit. Er sieht sich als Journalist und wartet auf die große Story. Eines Tages werden ihm von einer Studentin Informationen zugespielt, die Brisantes über Hermann Göring enthalten. Julian und die Volontärin Vic gehen dem nach und stoßen dabei auf bisher unbekannte Details über Hermann Göring und die Nürnberger Prozesse, was einigen Menschen nicht zu behagen scheint...

Schon immer war ich sehr interessiert über die Nazizeit und die Nürnberger Prozesse und habe auch schon viel darüber gelesen. Mich interessiert eigentlich vornehmlich, was hinter den Menschen steckt, wie sie sich so manipulieren lassen konnten und was, allen voran Hermann Göring, über den es ja nicht allzu viele Informationen gibt, dazu bewegt hat zu tun, was er während des zweiten Weltkriegs eben getan hat. So kam mir "Görings Plan" gerade recht und ich habe mich in Jan Beinßen`s Krimi gestürzt. Bereut habe ich es sicher nicht!

Jan Beinßen erzählt auf zwei Zeitebenen und lässt den Leser an den Erlebnissen der Hilfskrankenschwester Margarete, die an der Seite des Gefängnispsychologen Stringer, Hermann Göring oft in seiner Zelle besuchen muss, teilhaben. Margarete wird langsam ungewollt in Görings Bann gezogen und muss schnell feststellen, dass Göring selbst in Gefangenschaft in der Lage ist, Menschen zu manipulieren und zu benutzen. 

68 Jahre später bekommt Julian Heldt, ein Radioreporter, davon Wind und versucht mit Unterstützung der jungen und ehrgeizigen Volontärin Vic, Zeitzeugen zu treffen und zu interviewen. Dass das ein sehr schweres Unterfangen ist, versteht sich von selbst, so lange nach dem Krieg. Es gelingt den beiden jedoch an interessante Hintergrundinformationen zu kommen. Julian fühlt sich beobachtet und die Studentin, die Julian erst auf diese Geschichte gebracht hat, begeht Selbstmord. Julian beginnt an dem Suizid zu zweifeln und macht sich damit wenig beliebt. 

Jan Beinßen gelingt es auf spannende Art und Weise den Leser an "Görings Plan"zu fesseln. Die Kapitel sind relativ kurz und enden mit Cliffhangern, die zum Weiterlesen zwingen. Innerhalb zweier Tage habe ich "Görings Plan" verschlungen. Dem Autor gelingt es mit historischen Fakten und bildhaften Beschreibungen des im zweiten Weltkrieg zerstörten Nürnbergs einen hochspannenden und auch lehrreichen Krimi zu stricken.

Ich gebe zu, dass ich Fan von Verschwörungstheorien bin und die Nazizeit gibt freilich viel Anlass um zumindest darüber nachzudenken!

"Görings Plan" hat mir sehr gut gefallen und ich kann guten Gewissens eine absolute Leseempfehlung ausgeben!

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