Freitag, 4. April 2014

Rezension - Kaltfront

Kaltfront
Autor(en): 
Prof. Manfred Koch
 Erscheinungsdatum: 
Juli 2013
ISBN: 
978-3-85485-323-7
Format: 
13,5 x 21,5 cm
Seiten: 
336
Einband: 
Hardcover mit SU





Kurzbeschreibung:

Eine junge Frau liegt nach einem Selbstmordversuch im künstlichen Tiefschlaf.
Ihr Mann, ein erfolgloser Maler, glaubt den Grund für diese Verzweiflungstat zu kennen: eine viele Jahre zurückliegende Vergewaltigung. Jetzt bedrängt er seinen Bruder, ihm zu helfen, den unbekannten Täter zu finden, um sich an ihm zu rächen. Es ist nicht die erste Verschwörungstheorie, in der er sich verheddert ... Doch der Bruder weigert sich. Er hat genug andere Probleme am Hals: In der Ehe mit seiner Frau läuft einiges ebenso schief wie in der Kunstgalerie, die er mit ihr gemeinsam (und vom Geld ihres Vaters) betreibt. Eine frühere, totgeglaubte Freundin taucht auf rätselhafte Weise wieder auf, ein seltsamer Mann mischt sich in sein Leben ein. Doch sein Bruder lässt nicht locker, allmählich verflechten sich die dramatischen Handlungen und ein Plan wird sichtbar. Aber wer ist der Mastermind? Ein Drama um Liebe, Obsessionen, Gier, Schuld, Hass, Vergeltung, Intrigen, Lügen und Tod, das vor der Kulisse einer österreichischen Stadt mit ihrer sogenannten besseren Gesellschaft, der Kunst- und Festspielschickeria spielt und direkt in die eiskalten Abgründe der menschlichen Seele führt.

Meine Meinung:

Mit großer Vorfreude, aufgrund des spannenden Klappentextes, bin ich an dieses Buch herangegangen.

Die Frau eines recht erfolglosen Malers begeht einen Selbsmordversuch und liegt anschließend im Koma. Der Ehemann meint den Grund für die Tat zu kennen und erhofft sich Hilfe von seinem Bruder. Allerdings hat dieser wenig Interesse seine Hilfe anzubieten, denn er hat genügend Probleme sowohl in der Ehe mit seiner Frau, als auch in der Kunstgalerie die das Ehepaar miteinander betreibt. Der Maler gibt sich allerdings nicht geschlagen und bedrängt seinen Bruder weiterhin.

Ich muss sagen, dass ich ganz große Probleme mit diesem Buch hatte. Für mich hat "Kaltfront" wenig mit Psychothriller zu tun. Anfangs war ich noch recht angetan, allerdings wollte sich bei mir einfach keine Spannung einstellen. Das Buch handelt in erster Linie von der schwierigen Kindheit und Jugendzeit der beiden Brüder und dem Leben als Erwachsene. Der eine Bruder - Thomas - bekommt sein Leben nicht wirklich mit seiner Malerei auf die Reihe und der andere - Markus - setzt sich mehr oder weniger ins gemachte Nest, biegt sich die Dinge so zurecht, dass sie einfach passen und ist in Wahrheit alles andere als glücklich in seiner Ehe mit einer ziemlich überkandidelten Frau, die allerdings auch nur ein Luxus-Leben führen kann, weil ihr Vater das finanziert.

Dann erkrankt Markus an Krebs und plötzlich bekommt er ein schlechtes Gewissen und schreibt sein Leben in der Klinik an einem Laptop nieder. Erst im Krankenhaus wird das wahre Innenleben von Markus mit Hilfe einer Psychologin, die allerdings selbst Probleme hat und ihren Vater sucht, ans Licht gebracht.

Was mir gar nicht gefallen hat ist, dass der Autor sich in so vielen Worten ergeht, dass es mir wirklich schwer fiel "Kaltfront" zu folgen. Ständig wartete ich darauf, dass doch jetzt bitte endlich mal was passiert.

Nach ca. zwei Dritteln des Buches nimmt das Buch dann doch etwas Fahrt auf, was mich allerdings auch nicht wirklich überzeugt hat. Ich würde das Buch eher in der Sparte Drama sehen. Für mich persönlich zu wenig Psychothriller und viel zu viel Schickeria mit teils ausufernden Schilderungen.


1 Kommentar:

  1. Neben den gesellschaftskritischen Betrachtungen der Salzburger Upperclass tun sich menschlichen Abgründen auf, die den Leser erschaudern lassen. Keine leichte Lektüre, aber am Ende dann doch ein Buchtipp!

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