Freitag, 1. August 2014

Rezension - Kains Königsweg

Jan Holmes 

Kains Königsweg

Roman, 207 Seiten (Standardformat) / 303 Seiten (Sonderformate)

ISBN Taschenbuch Standard-Format: 978-3-8459-1263-9
ISBN Taschenbuch Sonderformat Großschrift: 978-3-8459-1264-6

AAVAA









Kurzbeschreibung:


„Der Moment, an dem sich mein Leben änderte, war die Sekunde, als das Schreien aufhörte.“
Bei einem Unfall, der ihn selbst beinahe das Leben kostet, verliert ein junger Mann seine Familie. Er sucht nach den Verantwortlichen, um Rechenschaft zu fordern und verstrickt sich dabei tief in seine eigene Vergangenheit.
Jedoch kann jemand, der sich selbst nicht schont, weiter gehen als andere, wenn Schuld beglichen werden soll.
Und jemand, der seinen Bruder getötet hat, ist schon so viel weiter gegangen ...

Meine Meinung:

Ein junger Mann, der in schwierigen Verhältnissen aufwächst, verliert bei einem Unfall seine komplette Familie und entgeht dabei dem eigenen Tod nur knapp. In der langen Zeit, die er im Krankenhaus verbringen muss, versucht er, der selbst große Schuld auf sich geladen hat, einen Verantwortlichen zu finden und erzählt dann aus seinem bisherigen Leben, das alles andere als einfach war. Seinen Vater, der im Gefängnis sitzt, kennt er nicht und sein Bruder Timo, den er - so schien es mir - vergöttert, versucht die Familie mit dem Geld von Drogengeschäften durchzubringen.

Mit "Kains Königsweg" hat der Leser es definitiv nicht mit einem Psychothriller im klassischen Sinn zu tun. Viel mehr erzählt der Hauptprotagonist dem Leser aus seinem schwierigen Leben und spricht diesen immer wieder persönlich an. Anfangs hatte ich ziemliche Schwierigkeiten in die Story hineinzufinden, was sich durch den flüssigen aber gewöhnungsbedürftigen Schreibstil des Autors, bald gelegt hat und das Buch fast eine Sogwirkung auf mich hatte. Jan Holmes flößt dem Hauptcharakter Leben ein und mit der Zeit hatte ich das Gefühl ihn gut zu kennen.

Ich konnte manche Handlungen des jungen Mannes nicht immer nachvollziehen, was aber auch gar nicht nötig war. Ich kann mir vorstellen, dass man Menschen, die in solch schwierigen Verhältnissen aufgewachsen sind und dazu noch ihre Familie auf so schreckliche Art und Weise verloren haben, nicht zwangsläufig verstehen muss, da man solche Tragödien und Schicksalsschläge wahrscheinlich gar nicht nachfühlen kann.

Erschreckt hat mich, dass die Familie vor dem Unfall, wenig bis gar keine Unterstützung vom Umfeld, insbesondere Behörden bekommen hat, wo die Problematik des "Nichthinschauens" neue Nahrung bekommt . Um den Hauptprotagonisten wird sich auch nur noch gekümmert bis er volljährig ist und dann sich selbst überlassen. Der junge Mann versucht sich ein Leben aufzubauen, was  im Hinblick auf seine Vergangenheit und der Schuld, die er mit sich rumschleppt, natürlich nicht einfach ist.

"Kains Königsweg" ist ein anspruchsvoller Roman, der zum Nachdenken anregt. Wer hier allerdings in erster Linie einen Psychothriller oder Krimi erwartet, wird nicht sonderlich begeistert sein. Die Geschichte ist für mich mehr ein Familiendrama, welches das persönliche Grauen eines heranwachsenden Mannes auf der Suche nach dem für sich richtigen Weg beschreibt und auf jedenfall lesenswert ist!













1 Kommentar:

  1. Interessante Rezi..
    Warum kann ich bei dir nie 'gefällt mir' drücken? Sind Blogspot und Wordpress da nicht kompatibel oder checke ich es nur nicht???

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