Montag, 15. Dezember 2014

Rezension - Blutwinter

Blutwinter
Markus Flexeder


Kriminalroman
Broschur
184 Seiten

ISBN / Bestellnr.:978-3-86913-470-3

Ars Vivendi








Kurzbeschreibung:

Winter 1920, kurz vor dem Nikolaustag: Durch den knietiefen Schnee kommt das Böse in das Tal hinabgestiegen. »Der Teufel war’s«, erzählt man sich später über den Unbekannten, der 25 Bauersleute ermordete und dabei keine Gnade kannte. Im Jahr 2005 machen sich zwei Journalisten auf, das Rätsel um die Blutnacht von Wolfsham endgültig zu lüften. Mithilfe archivierter Zeugenaussagen – voll von Geschichten über Raunächte, Aberglauben und den Teufel – versuchen sie, die Fragmente Stück für Stück zusammenzufügen. Doch nur die 95-jährige Maria Stadler vermag ihre offenen Fragen womöglich noch zu beantworten. Aber die gibt nur äußerst widerwillig Auskunft ...

Meine Meinung:

Habt ihr schon mal von dem (wahren) Fall Hinterkaifeck gehört oder das Buch "Tannöd", dass sich auf den Fall bezieht, gelesen? Ich habe mir die Dokumentation über Hinterkaifeck schon mehrmals angesehen und dieser Fall lässt mich einfach nicht los. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich eine Mail von Ars Vivendi mit der Rezensionsanfrage zu "Blutwinter" bekommen habe, über die ich gar nicht erst nachdenken musste. "Blutwinter" hat mich beim Lesen der Kurzbeschreibung sofort an Hinterkaifeck erinnert und so habe ich natürlich schnell meine Zusage gegeben.

Im Jahr 1920 ,kurz vorm Nikolaustag, geschehen in einem kleinen bayerischen Dorf mehrere fürchterliche Morde. In nur einer Nacht werden 25 Menschenleben ausgelöscht. Im Jahr 2005 machen sich zwei Journalisten auf eine Überlebende, Maria Stadler, 95 Jahre alt, zu besuchen um sie zu dem damaligen Geschehen zu befragen. Die alte Frau gibt anfangs nur widerwillig Auskunft..

Das Buch beginnt damit, dass die Journalisten Maria Stadler alte Dokumente zu dem Fall mitgebracht haben. Einer dieser Journalisten liest der alten Dame die damaligen Zeugenaussagen vor, in der Hoffnung ihrem Gedächtnis etwas auf die Sprünge zu helfen und genau da bezieht Markus Flexeder die Leser in die Aufklärung und die Suche nach dem oder den Tätern mit ein.

Man liest diese Aussagen, macht sich vielleicht mit der Zeit selber Notizen um die Aussagen miteinander zu vergleichen und findet nichts - keine Abweichung, alles schlüssig. Man kann sich überhaupt nicht erklären warum diese schrecklichen Morde damals geschehen sind. Die Menschen in dem Dorf sind/waren allesamt rechtschaffende und hart arbeitende Leute, jeder kannte jeden. Oder etwa doch nicht?
Maria Stadler. Dem Leser fällt sehr schnell auf, dass sie ein Geheimnis bewahrt. Nur welches? Frau Stadler war damals 10 Jahre alt und wie lange kann ein Kind in diesem Alter Geheimnisse für sich behalten? Ich glaubte, genau so wenig wie die Journalisten, an das abergläubische Geschwätz in den  Zeugenaussagen. Es gibt keine Hexen und Werwölfe und der Teufel in Person wird`s auch nicht gewesen sein. Oder doch?

Der Autor beschreibt die damalige Zeit sehr gut und man kann sich auch bildhaft vorstellen, wie einfache Bauern damals gelebt haben, an was sie geglaubt und wie sie gearbeitet haben. Das hat mich sehr fasziniert und so hatte ich eine hochinteressante und sehr spannende Lesezeit.

Ich hätte dieses Buch gewiss nicht entdeckt, hätte der Verlag mich nicht darauf hingewiesen. Vielen Dank dafür! 

Der Autor liefert auf knapp 200 Seiten eine hochspannenden und interessanten Krimi ab, der den Leser schnell ins Buch zieht und zum Nachdenken anregt. Beweggründe, die heute als banal erscheinen und damals mehr als schändlich waren.

Krimileser, die sich für die Zeit um 1920 interessieren, den Fall Hinterkaifeck vielleicht kennen, lege ich diesen Krimi besonders ans Herz! Auch allen anderen, die gerne "ermitteln" sei "Blutwinter" wärmstens empfohlen. Man wird es nicht bereuen!






Kommentare:

  1. Und schon wieder ein Titel für die Wunschliste ;-)

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  2. ui, auch mich lässt der Mord in Hinterkaifeck nicht los und ich habe einige Bücher zu diesem Thema. Da ist dieses Buch genau richtig und das werde ich mir wohl gleich kaufen!. Danke für den guten Tipp.!

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  3. Bei Lovelybooks gab's das Buch jetzt gerade für ne Leserunde zu gewinnen, aber ich hab mich nicht beteiligt, muss ich gestehen. Die Geschichte finde ich schon interessant, aber mit dem Schreibstil konnte ich mich nicht so recht anfreunden, wo ich die Leseprobe gelesen habe ...

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