Donnerstag, 19. März 2015

Rezension - Sternschnuppenstunden

Sternschnuppenstunden
Rachel McIntyre


Hardcover mit Aufkleber, ab 14 Jahren

304 Seiten, 15,3 x 21,5 cm

ISBN 978-3-7348-5007-3



Magellanverlag






Kurzbeschreibung: 

Wie wehrt man sich gegen fiese Sprüche und gemeine Angriffe? Aus bitterer Erfahrung weiß Lara: gar nicht. Denn alles, was sie versucht hat, hat ihre Lage nur noch schlimmer gemacht. Deswegen hält sie still, zieht den Kopf ein und fragt sich, ob sie nicht doch schuld ist an der ganzen Misere.
Das ändert sich, als sie Ben trifft. Die Stunden mit ihm sind bald die einzigen Lichtblicke in Laras Leben. Durch seine Augen sieht sie sich in einem neuen Licht: Sie ist klug, witzig und hübsch, und was ihr passiert, ist Mobbing der übelsten Sorte. Gemeinsam suchen sie einen Ausweg aus Laras Situation. Und es könnte ihnen gelingen, wäre da nicht ein Problem: Ben ist Laras Lehrer.

Meine Meinung:

Mobbing. Ein Thema, dass immer noch hochaktuell ist wird in diesem Buch unter die Lupe genommen.

Lara ist fünfzehn und eine sehr gute Schülerin und wird auf`s Übelste gemobbt. Das ist aber nicht Lara`s einziges Problem. Seit ihr Vater arbeitslos wurde und ihre Mutter nun gezwungen ist putzen zu gehen, wird es mit Lara`s Mobbingproblemen schlimmer und schlimmer.

Das Buch ist aufgebaut wie ein Tagebuch und was man da zu lesen bekommt hat mir fast das Herz gebrochen. Lara schreibet über die schlimmen Grausamkeiten die sie über sich ergehen lassen muss. Ihr größter Wunsch ist ein Fahrrad, damit sie nur nicht mehr mit dem Bus, in dem ihr von den "Schulkameraden" am meisten zugesetzt wird, zur Schule fahren muss. Das ist aber gar nicht so einfach, denn das Geld in ihrer Familie ist mehr als knapp und was wirklich ganz schrecklich ist - Lara macht sich deswegen die meisten Vorwürfe und denkt, dass das alles ihre Schuld sei. Schliesslich wollen ihre Eltern ihr nur eine gute Schulausbildung ermöglich aber die Schulgebühr ist hoch und deswegen muss die Famile auf so vieles verzichten. Klar, hätte ihr Vater in einer anderen Stadt einen ganz tollen Job bekommen aber dann hätte Lara ja die Schule wechseln müssen und ihr kleiner Bruder auch also, alles Lara`s Schuld.

Sie lässt die Attacken, die sich immer mehr steigern, über sich ergehen, versucht ihren Angreifern aus dem Weg zu gehen und das alles bis zum Abschluss zu ertragen. Ihr einziger Lichtblick ist ein neuer Lehrer, Ben Jagger, der an die Schule gewechselt ist. Er sieht in ihr das Mädchen, das sie wirklich ist. Klug, liebenswert und hübsch. So geht Lara trotz allem gern zur Schule, weil sie dort eben Ben sieht und sogar mit ihm alleine an einem tollen Schulprojekt arbeiten kann. Die Begegnungen mit dem Lehrer geben ihr Kraft und Selbstvertrauen um das alles durchzustehen.

Lara vertraut sich niemandem an, was mich persönlich zu dem Entschluss gebracht hat, besser hinzusehen. Rachel McIntyre greift hier die verschiedenen Formen des Mobbings auf. Hänseleien, die sich in üble Beleidigungen steigern, Verleumdung, körperliche Angriffe, Internetmobbing und Erpressung. Die Autorin lässt uns in die Seele ihrer Protagonistin schauen und den Leser eindringlich an Lara`s Gedankenwelt teilhaben, was mir oft sehr, sehr weh getan hat.

"Sternschnuppenstunden" ist ein Jugendbuch ab 14 Jahren aber ganz gewiss auch lehrreich für erwachsene Leser und Eltern. Es ist unglaublich welche Bürden dem 15jährige Mädchen, die ja gerade in dem Alter genug mit sich selber zu tun hätte, mit sich rumschleppen muss. Schule, kleiner Bruder um den es sich zu kümmern gilt, weil die Mutter viel arbeitet, Familienprobleme wegen der Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Geldproblemen, die Oma, die ja so alleine ist, wenn das Mädchen sich nicht um sie kümmert und dann noch das Mobbing. Welcher Mensch bricht darunter nicht zusammen?

Mir hat Lara`s Tagebuch gelernt besser hinzusehen, viel mit meinem Kind zu reden und ihn dazu ermutigen, dass er mir jederzeit alles erzählen kann was ihm auf der Seele liegt. Am meisten aber dass er sehr kostbar ist und liebenswert so wie er ist!

Absolute Leseempfehlung!


1 Kommentar:

  1. Ich fand es auch sehr gut, vor allem, weil es nichts beschönigt und auch das Ende sehr passend gewählt ist.

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