Dienstag, 19. Mai 2015

Rezension - Lügenmädchen

Luana Lewis
Lügenmädchen
Psychothriller

Originaltitel: Don't stand so close
Originalverlag: Bantam Press
Aus dem Englischen von Elke Link

Deutsche Erstausgabe
Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-31384-6
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empf. VK-Preis)

Verlag: Goldmann

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Kurzbeschreibung:

Eines Abends steht sie einfach vor der Tür. Und sie wird so lange bleiben, bis sie alles zerstört hat.
Stella lebt völlig zurückgezogen in einem luxuriösen, einsam gelegenen Haus in der Nähe von London. Sie hat es kaum verlassen, seit sie nach einem traumatischen Ereignis an Panikattacken leidet. Eines kalten Winterabends steht überraschend ein völlig durchgefrorenes junges Mädchen vor ihrer Tür und bittet um Einlass. Alles in Stella sträubt sich, aber die Gestalt macht einen so hilflosen Eindruck, dass sie schließlich widerwillig die Tür öffnet. Sie bereut es schnell, denn von dem Mädchen scheint eine merkwürdige Bedrohung auszugehen. Und dann beginnt Blue, Geschichten zu erzählen, die Stella zutiefst verstören. Ist das Mädchen eine Psychopathin? Oder sagt sie gar die Wahrheit? Stella weiß nicht mehr, was sie glauben soll, sie weiß nur eines: dass sie entsetzliche Angst hat ...

Meine Meinung:

Stella lebt in London. Zurückgezogen in einem luxuriösen Haus, in dem es ihr an nichts fehlt, denn Stella verlässt nach einem traumatischen Erlebnis das Haus nicht mehr. In einer kalten und verschneiten Winternacht klingelt ein junges Mädchen an Stellas Tür. Nach vielen Zweifeln meldet sich Stellas Gewissen und so lässt Stella das Mädchen in ihr Haus. Bald bereut sie es, denn Blue, wie das Mädchen heißt, erzählt Geschichten bei denen Stella nicht sicher ist was Wahrheit und was Lüge ist...

Ich liebe Psychothriller, ich liebe Verwirrspiele und am meisten liebe ich es, wenn mir der Mund nach beenden der Lektüre offen stehen bleibt. Wenn das passiert, ist es für mich ein wirklich guter Psychothriller. Genau so eine Geschichte versprach der Klappentext und ich habe auf einen Pageturner gehofft und mich darauf gefreut....

Das Buch beginnt vielversprechend und auch spannend. Stellas Zweifel und ihre Angst  waren fast greifbar, dafür bekommt die Autorin ein großes Plus!

Im weiteren Verlauf der Geschichte ließ der Psychothriller, der so vielversprechend begann, für mich allerdings sehr nach. Erzählt wird abwechselnd die Story, die sich zwischen Stella und Blue im Haus abspielt, dann das Geschehen in einer Arztpraxis, in der sich ein Mädchen zur Psychotherapie befindet und im dritten Erzählstrang erfährt der Leser, was Stella in der Vergangenheit geschehen ist und wie sich ihre Agoraphobie erklären lässt.

Zur Geschichte im Haus: ich konnte Stellas Handeln teils nicht nachvollziehen. Da hat sie große Angst vor einem, meiner Meinung nach von Beginn an, bemitleidenswerten Mädchen, kommt aber nicht auf die Idee einfach mal ihren Mann ( den sie ja so sehr liebt ) anzurufen um ihn um Hilfe zu bitten. Die Polizei möchte sie auch nicht benachrichtigen und auf die Idee, vielleicht mal in einem Krankenhaus anzurufen und um einen Arzt zu bitten, kommt sie erst gar nicht. Erst als sich die Situation zuspitzt bittet sie jemanden aus ihrer Vergangenheit um Hilfe. DAVOR hätte ich mehr Angst gehabt als die Polizei zu rufen - das nur am Rande. Aber die Story brauchte ja auch einen Helden....

Therapiesitzung: ein Mädchen das wirklich Hilfe braucht und ein unfähiger Psychotherapeut. In diesem Erzählstrang wird dem Leser sehr schnell klar auf was das hinauslaufen wird.

Stellas Vergangenheit: sie ist seit zwei Jahren Psychotherapeutin und kümmert sich um einen Sorgerechtsfall, bei dem sie Hilfe von ihrem Chef, Max, bitter nötig hätte. Dieser ist aber der Meinung, dass sie das alles ganz toll macht, gibt ab und zu mal schlaue Tipps und Stella verliebt sich in ihn und himmelt ihn an ( warum auch immer ). Wie es dann mit Stella und Max weitergeht war für mich dann überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. In diesem Erzählstrang hat mich die Protagonistin Stella einfach nur noch genervt und der Charakter Max wurde mir immer unsymphatischer.

"Lügenmädchen" plätschert so vor sich hin und immer wenn ich dachte, dass die Geschichte jetzt an Fahrt aufnimmt, wurde ich enttäuscht. Die Protagonisten handeln sehr seltsam, was ich oft überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Der Charakter Blue, von dem ich dachte, dass dieser mir die meiste Angst machen sollte, war mir am symphatischten. Das Mädchen tat mir einfach nur leid und zu keinem Zeitpunkt hatte ich Angst vor dem Mädchen.

Alles in allem wird sehr schnell klar, wie sich der Thriller entwickeln wird. Die Autorin versucht zwar ab und an mal eine falsche Fährte zu legen, die für meinen Geschmack allerdings viel zu schnell verpufft.

Für mich ist "Lügenmädchen" ein sehr ruhiger, wenig spannender Psychothriller, der wirklich viel Potential gehabt hätte und aus dem man bestimmt viel mehr hätte machen können! Schade...


Kommentare:

  1. Ohh, irgendwie hatte ich das befürchtet. Ich hab bis gerade auch echt lang hin und her überlegt ob ich das Buch auch lesen will aber deine Rezi hat meine Befürchtungen bestätigt und ich denke ich warte erstmal noch etwas ab. Schade dass es dich nicht richtig packen konnte! Wenn die Protagonisten unnachvollziehbare Dinge machen ärgere ich mich auch oft. Total blöd sowas!

    Liebe Grüße :*

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    1. ich dachte echt, dass ich einen Pageturner in der Hand halte. Vielleicht habe ich auch schon viel zu viele Psychothriller gelesen. Das Rad kann man ja auch nichr neu erfinden ;)

      Vielleicht sollte ich in nächster Zeit mal Thrillerfrei leben bevor mich ein Psychothriller wieder umhauen kann ;)

      Liebe Grüße
      Alex

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