Freitag, 10. Juli 2015

Rezension - Der Profiler

Axel Petermann
Der Profiler

Ein Spezialist für ungeklärte Morde berichtet

Originalausgabe

Taschenbuch, Broschur, 304 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-60359-2
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne

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Kurzbeschreibung: 

Wie viele Mörder sind noch unter uns?
Wer hat die junge Frau vor 20 Jahren bestialisch ermordet? Ein Fremder, ein verschmähter Liebhaber, oder war es gar ein Familiendrama? War es die Russenmafia, die den Häftling in seiner Zelle gefoltert und schwer verletzt hat, oder ging es um Streitigkeiten im Drogenmilieu?

Es gibt eine erschreckend hohe Dunkelziffer an ungeklärten Todesfällen. Er geht ihnen auf den Grund: Axel Petermann war Mordkommissar und Leiter der »Operativen Fallanalyse« in Bremen. Mit den Methoden des Profiling kommt er den Mördern auf die Spur. Seine Fallgeschichten sind abgründiger und spannender als ein Krimi – sie sind beängstigend wahr.



Meine Meinung: 

Profiling - Das hat mich immer sehr interessiert und für`s nächste Leben habe ich mir fest vorgenommen die Fallanalyse zu meinem Beruf zu machen.

Axel Petermann ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Profiler Deutschlands und so habe ich mich sehr gefreut, als ich das Buch in den Händen hielt.

Ich könnte jetzt schreiben, dass ich das Buch verschlungen habe, das ist allerdings nicht der Fall. Hier geht`s um die Realität und die ist oft erschreckender als jeder fiktive Thriller, so musste ich das Gelesene erstmal verdauen.

Schon der erste Fall, von dem Petermann in seinem Buch berichtet, hat mir die Haare zu Berge stehen lassen. Es ist unglaublich, zu welchen Taten Menschen fähig sein können. Wenn ein Mordfall an einer jungen Frau einfach nicht aufgeklärt wird, muss das für die Angehörigen schrecklich sein. Axel Petermann möchte den Familien helfen, damit sie endlich wieder - wenigstens ein bisschen - Frieden finden können.

Die Wege und Ansätze, die der Profiler verfolgt, erscheinen sicherlich ungewöhnlich. Petermann versetzt sich gedanklich in den Täter und geht sogar in Schlachthäuser um herauszufinden ob ein Mord durch erstechen so tatsächlich möglich ist. Ich frage mich, wie man solche Bilder aushält und ob sie nicht in dem ein oder anderen Alptraum auftauchen.

Axel Petermann beschränkt sich in seinen beschriebenen Fällen nicht ausschließlich auf Morde. Auch Dinge, die in Gefängnissen geschehen, Misshandlungen durch Mitgefangene, die wohl gar nicht so selten sind, werden von ihm untersucht und aufgeklärt.

Das Profiling läuft nicht ganz so ab, wie wir es aus fiktiven Fernsehserien und Büchern kennen. Genau das ist interessant, aus erster Hand zu erfahren, wie das Ganze in der Realität aussieht und es ist unglaublich spannend, den Profiler durch seine Berichte über die Schulter schauen zu können.

"Der Profiler" ist ein unglaublich spannendes Buch. Petermann erzählt uns von seiner Arbeit, seiner Berufung und zeigt uns, wie schrecklich die Wirklichkeit sein kann. Auch die Sicht der Angehörigen getöteter Menschen wird dem Leser nahe gebracht, sodass man deren Schmerz sehr gut nachvollziehen kann.

Axel Petermann erzählt uns schonungslos aber keinesfalls reißerisch und ohne Effekthascherei von einigen seiner Fälle und lässt uns tatsächlich fragen  "Wie viele Mörder sind noch unter uns?"
 
Von mir gibt`s eine absolute Leseempfehlung!


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