Montag, 26. Oktober 2015

Rezension - Die Nacht gehört den Wölfen

Wulf Dorn
Die Nacht gehört den Wölfen


 Originalausgabe

Ab 14 Jahren
Paperback, Klappenbroschur, 464 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-570-16397-9
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empf. VK-Preis) empfohlener Verkaufspreis
Verlag: cbt

Erscheinungstermin: 26. Oktober 2015    





Kurzbeschreibung:    


Seit dem tödlichen Autounfall seiner Eltern, den er selbst miterlebt hat, leidet Simon unter Albträumen
und Angstzuständen. Nach einem Psychiatrieaufenthalt zieht er zu seiner Tante und seinem Bruder,

aber es fällt ihm schwer, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden. Vor allem, als er feststellen

muss, dass seine schlimmen Träume Wirklichkeit werden: Etwas Böses scheint im Dunkel, das Simon
umgibt, erwacht zu sein. Und das Verschwinden eines Mädchens ist erst der Anfang …
 
Meine Meinung:


Simon und seine Eltern sind mit dem Auto unterwegs zur Geburtstagsfeier seiner Tante Tilia. Auf dem
Weg geschieht ein schrecklicher Autounfall, bei dem Simons Eltern sterben, der Fünfzehnjährige
selbst überlebt. Simon quälen seitdem Albträume und Angstzustände und so findet er sich in der
Psychiatrie wieder. Das gesamte Leben hat sich für Simon verändert, nun bleiben ihm nur noch seine
Tante Tilia und sein Bruder Mike, bei denen der Junge einzieht. Simons Albträume verschwinden nicht
und werden nur noch intensiver. Nun sieht er auch noch schreckliche Dinge, die nur er sehen kann.
Dann verschwindet ein Mädchen....


Zwei lange Jahre hat es gedauert! Nun ist Wulf Dorn mit einem neuen Jugendbuch zurück!

Bei "Die Nacht gehört den Wölfen" handelt es sich allerdings nicht unbedingt um einen Thriller. Wie
schon auf dem Umschlag steht, präsentiert uns Wulf Dorn einen Roman, der aber nicht geizt mit
gruseligen und unheimlichen Szenen.

Das Cover passt hervorragend zur Geschichte, denn die besagten Wölfe begleiten Simon und den Leser
durch die gesamte Story, die in vier Parts aufgeteilt ist. Die Kapitel sind kurz und so fliegt man nur so
durch das Buch, das von Part zu Part unheimlicher und undurchschaubarer wird.

Im erste Teil der Story lernt der Leser erst mal Simon richtig kennen, was für mich der intensivste Teil
der Geschichte war. Wulf Dorn hat mit Simon eine unwahrscheinlich starke Figur erschaffen und bald
war mir, als ob Simon neben mir sitzen würde und mir seine Geschichte erzählen würde. Ich war zu
100% in der Story gefangen und schon auf den ersten hundert Seiten, sind mir diverse Taschentücher
zum Opfer gefallen. Simon hat für fremde Menschen sehr seltsame Charakterzüge. Bei dem Jugend-
lichen muss alles seine - Simons - Ordnung haben, sonst fühlt er sich nicht wohl und wird unsicher.
Simon bezeichnet sich selbst als Freak und hat schon in der Schule diverse Probleme mit gemeinen
Mitschülern und dem damit verbundenen Mobbing gehabt.

Sein einziger Rückhalt ist nun sein Bruder Michael - Mike - wie er sich selbst nennt. Die beiden Brüder
halten zusammen wie Pech und Schwefel und Simon liebt seinen Bruder abgöttisch.  Bis ein weiteres
einschneidendes Erlebnis geschieht. Simon fühlt sich´alleingelassen und abgeschoben, bis plötzlich
Caro, ein gleichaltriges Mädchen, in sein Leben tritt. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut und so
versuchen die Zwei dem Geheimnis, um das verschwundene Mädchen Leonie, auf die Spur zu kommen.

Genug zur Story erzählt, den Rest muss man schon selber rausfinden und ich möchte niemanden um
ein wirklich tolles Leseerlebnis bringen. Man merkt, dass sich Wulf Dorn sehr stark mit seinen
Charakteren auseinandergesetzt hat. Simon hat autistische Züge, für die er sich schämt und die
er am liebsten verborgen halten würde.

Der Junge droht unter seinen Problemen, die er schon mit sich selbst hat, und  dem Tod seiner Eltern
zu zerbrechen. Caro und sein Bruder Mike sind seine einzigen Vertrauten, wobei Mike gerade dabei ist,
sich sein eigenes Leben aufzubauen. Verständlich, dass Simon Angst hat, nun auch noch den Rest
seiner Familie zu verlieren, Natürlich ist da noch seine Tante Tilia aber diese fühlt sich nicht wirklich
gewachsen Simons Ansprüchen gerecht zu werden und so sehr sie sich auch bemüht, fühlt sich Simon
in dem kleinen Gästezimmer, was sie ihm zur Verfügung gestellt hat, nicht wohl und fehl am Platz.

Wulf Dorn präsentiert uns hier einen Roman, von dem ich wette, dass der ein oder andere Leser sich
wiedererkennen wird. Wer hatte nicht schon mal Angst vor dem Alleinsein? Wenn man seine Eltern
in so jungen Jahren verliert und sich dann auch noch schuldig fühlt, weil man selbst überlebt hat,
hilft einem manchmal kein Arzt, kein Psychiater. Gespräche mit Personen, denen man hundertprozentig
traut und die vielleicht schon Ähnliches durchgemacht haben, sind manchmal vielleicht die größere
Hilfe. Deshalb ist mir auch Caro gleich ans Herz gewachsen, denn sie ist es, die aus dem "Feigling", als
welchen Simon sich selbst empfindet, einen mutigen und nach vorne schauenden jungen Mann macht.

Übrigens - und das geht an die Stammleser von Wulf Dorn - begegnen wir einigen Figuren, die wir
schon aus vergangenen Büchern des Autoren kennen!
Sehr gefreut habe ich mich über das  Auftauchen von Dr. Jan Forstner und ganz besonders über
Schwester Marion, die zwar nur einen ganz kleinen Part einnimmt, mir aber sofort ein Lächeln auf die
Lippen gezaubert hat! Versteht sich von selbst, dass wir uns in Fahlenberg und teils sogar in der
Waldklinik befinden!

Der Roman bedient alles, was man sich nur wünschen kann. Dramatik, Grusel, Verwirrung, Spannung,
viele Emotionen und eine Auflösung und ein Ende, wie es für mich perfekt war!
Anders hätte es in meinem Augen nicht sein  dürfen und ich bin gespannt, was zukünftige Leser dazu
sagen werden!

Wenn ihr auch ein bisschen näher am Wasser gebaut seid, empfehle ich Taschentücher bereit zu legen!

Absolute Leseempfehlung - nicht nur für Jugendliche! Das Warten hat sich gelohnt!













 


Kommentare:

  1. Hallo liebe Alex,

    beim Bloggerportal hatte ich mich auf ein Lese-/Rezi-Exemplar beworben, aber da war es sofort vergriffen. Wen wundert es?...
    Nichtsdestotrotz ist das Buch auf meine Wunschliste gewandert und vielleicht denkt ja der nette Weihnachtsmann demnächst an mich. ;)

    Vielen Dank an dich für die Rezi!

    LG
    Steffi

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Steffi,

    ja, das kann ich mir vorstellen. Ich hatte über das Blogger Portal Glück,hatte aber auch jeden Tag reingeschaut,ob man es schon anfordern kann.

    Ich hoffe, dass dein Weihnachtsmann fleißig ist!

    Lieber Gruß
    Alex

    AntwortenLöschen