Mittwoch, 4. November 2015

Rezension - Totenhaus

Bernhard Aichner
Totenhaus

Thriller


Originalausgabe

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75455-7
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis) empfohlener Verkaufspreis
Verlag: btb

Erscheinungstermin: 17. August 2015





Kurzbeschreibung:      

Ein seit zwanzig Jahren leerstehendes Hotel. Eine Mörderin auf der Flucht. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umbringen musste, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Toten damals eingebettet hat. Nun sucht sie Zuflucht an einem Ort, den sie besser gemieden hätte...

Meine Meinung: 

Kann Spoiler zu Bd.1 "Totenfrau" enthalten

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht wusste, dass die Geschichte um Blum, der Totenfrau, eine Trilogie wird. Umso besser, dass ich Teil eins schon gelesen habe.

In "Totenfrau" haben wir schon erfahren, dass Blum, die Bestatterin ist, die Mörder ihres Mannes umgebracht hat und die Leichen zu anderen Verstorbenen in die Särge gelegt hat. Genialer Plan, wie Blum gedacht hat!  Bei einer Exhumierung tauchen allerdings zwei Köpfe und vier Beine in einem Sarg auf und natürlich fällt der Verdacht sofort auf Blum, die sich nun auf der Flucht befindet.

Band 2 knüpft nahtlos am ersten Teil an, weshalb ich empfehle unbedingt "Totenfrau" zu lesen, bevor man mit "Totenhaus" startet. Auch um die etwas eigenwillige und doch sehr schräge Brünhild Blum kennenzulernen und zu erfahren, warum sie so ist, wie sie nun mal ist.

Bernhard Aichners etwas anderen Schreibstil muss man mögen, wenn man die Geschichte um Blum lesen möchte. Die Sätze wirken teilweise etwas abgehackt und ich muss gestehen, dass ich mich in Bd. 1 zuerst damit ziemlich schwer getan habe. Wenn man sich aber darauf einlässt, kommt man in den Genuss eines ganz besonderen Leseerlebnisses, denn durch die kurzen Sätze fühlt man sich ab und an etwas gehetzt und man kann sich dadurch gut in Blums Seelenleben einfühlen.

Bernhard Aichner hat es geschafft, mit der Hauptfigur Brünhilde Blum eine perfekte Anti-Heldin zu schaffen, die mir immer symphatischer wird. Eine fünffache Mörderin...Hört sich etwas verrückt an aber ich mag Blum!

Dieses Mal führt Aichner uns mit Blum in ein Hotel im Schwarzwald! Die Location ist sehr atmosphärisch und öfter fühlte ich mich an Stephen Kings "Shining" erinnert. "Totenhaus" ist allerdings kein Horrorroman um das vorweg zu nehmen. Es fällt mir schwer etwas zur Story zu sagen, denn ich möchte niemanden spoilern und wer "Totenfrau" gelesen hat, kommt um "Totenhaus" sowieso nicht herum! Versteht sich von selbst, dass wieder einige Leichen Blums Weg pflastern und das nicht nur beruflich.

Ich finde den Charakter der Bestatterin sehr interessant, denn in ihr wohnt eine skrupellose Mörderin, die sich durch nichts aufhalten lässt und eine liebevolle Mutter zweier Töchter, der man das wiederum gar nicht zutrauen würde. In "Totenhaus" erfahren wir auch etwas mehr zu Blums Lebensgeschichte, was sehr interessant ist. Wie in "Totenfrau" beschrieben, ist Brünhilde adoptiert und hatte eine sehr schlechte Kindheit voller Entbehrungen und seelischen Grausamkeiten, die man sich noch nicht mal vorstellen möchte. Kein Wunder, dass sie nach dem Mord ihres so sehr geliebten Ehemannes auf Rache aus ist. Blums verstorbener Mann gab ihr endlich Liebe und die Familie war sehr glücklich. Endlich nahm jemand Blum so an, wie sie ist, was man von ihren Adoptiveltern nicht sagen konnte. Nun fehlt ein existentieller Teil in Blums Leben, womit sie sich nur schwer abfinden kann und Blum tut mir unendlich leid!

Die Spannung baut sich in Bd. 2 langsam auf um dann geballt zuzuschlagen! Gerade im letzten Drittel des Thrillers konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen um dann zu einem offenen Ende und einem gewaltigen Cliffhanger zu gelangen, der mir das warten auf Bd. 3  alles andere als leicht macht!

Auf der anderen Seite bin ich fast etwas traurig, dass die Trilogie bald endet und ich mich von Blum verabschieden muss.

Allerdings habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt: "Totenhaus" ist nicht immer logisch Kann man aber auch mal über darüber wegsehen, erwarten den Leser spannende und atmosphärische Lesestunden! Ich freue mich auf Band 3 und bin gespannt, wie die Geschichte um Blum enden wird und ich hoffe, dass es kein böses Ende für die mir so liebgewonnene Bestatterin, geben wird!



1 Kommentar:

  1. Hallo Alex,

    wow, mit deiner Rezi machst du mir jetzt so richtig Lust, den 2. Teil sofort zu lesen :)

    Ich war ja ebenfalls sehr begeistert von Band 1 und habe ihn verschlungen. Allerdings schreckt mich dein Satz mit "offenem Ende + "Cliffhanger" gerade ab :D

    Kurz gesagt, es ist wieder ein Buch für mich und ich will es haben!!!! Und Blum ist einfach nur genial & göttlich, man muss diese Frau hassen und lieben.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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