Dienstag, 29. Dezember 2015

Rezension - All die verdammt perfekten Tage

Jennifer Niven
All die verdammt perfekten Tage


Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-8090-2657-0
Erschienen: 28.12.2015

Limes









Kurzbeschreibung: 


Ein Mädchen lernt zu leben - von einem Jungen, der sterben will

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

Meine Meinung:

Finch und Violet treffen sich zufälig auf einem Glockenturm. Violet hat ihre Schwester bei einem tragischen Autounfall verloren, diesen Schicksalsschlag nicht verarbeitet und denkt über Selbstmord nach. Finch schafft es Violet vom Glockenturm zu holen. Ab diesem Moment weicht Finch Violet nicht mehr von der Seite, denn sie ist es, die ihn so sieht, wie er ist und viel mehr in ihm steckt als ein Freak.

Ich möchte "All die verdammt perfekten Tage" nicht mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" vergleichen. Es geht zwar um den Tod, allerdings geht es in diesem Buch um das Thema Selbstmord, was meiner Meinung nach eine ganz andere Schiene ist.

Den Charakter Finch bekam ich über die ganze Story nicht wirklich zu fassen, ich kann gar nicht sagen, an was das letztendlich gelegen hat. Er ist ein liebenswürdiger junger Mann, wird aber von seinen Mitschülern mehr oder weniger gemobbt. Privat sieht es auch nicht besonders gut aus. Sein Vater hat die Familie verlassen und eine neue Familie gegründet und Finchs Mutter hätte ich am liebsten geschüttelt. Die Frau ist eigentlich nur mit sich selbst beschäftigt und sieht, oder will nicht sehen, wie sehr ihr Sohn ( ihre Kinder ) darunter leidet, dass es eben kein normales Familienleben ist. So kämpft Finch selbst mit seinen inneren Dämonen und bewertet sein Leben so nicht als lebenswert.

Violet ist zerfressen von Schuldgefühlen. Ihre Schwester ist bei dem Autounfall ums Leben gekommen und Violet selbst lebt. Mit dieser Tatsache kann Violet nicht umgehen. Es wäre ihr lieber gewesen, wenn es andersrum gelaufen wäre aber manchmal kann man sich das Leben einfach nicht so drehen, wie man es selbst gerne hätte und so würde sich Violet am liebsten umbringen.

Violet ist zwar inTherapie aber ausgerechnet Finch, der durchgeknallte Freak, zeigt ihr wie schön und lebenswert das Leben sein kann.

"All die verdammt perfekten Tage" behandelt das schwierige Thema Selbstmord, das mich, gerade bei so jungen Menschen, sehr mitnimmt. Das Buch ist nicht durchweg traurig. Weit gefehlt! Oft musste ich schmunzeln bei den Versuchen die Finch unternimmt um Violet das Leben zu zeigen.


Ich musste nicht weinen bei der Geschichte, sondern habe gebannt die Story um Violet und Finch verfolgt. Ich habe gehofft und gebangt, das Buch hat mich zum Lachen gebracht und letztendlich sehr, sehr nachdenklich zurückgelassen. Diese Buch legt man nicht einfach weg und greift zum nächsten.

"All die verdammt perfekten Tage" ist ein sehr emotionales Buch, das nachhallt und absolut lesenswert ist. Allerdings denke ich, dass man beim Lesen des Buches psychisch stabil sein sollte und so gibt es von mir ganz sicher eine Leseempfehlung!


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