Mittwoch, 9. März 2016

Rezension - Die Nacht brennt

Sarah Butler
Die Nacht brennt

Quality Paperback, Droemer TB
01.03.2016, 288 S.
ISBN: 978-3-426-30444-0










Kurzbeschreibung: 

Stick und Mac sind beste Freunde und wollen nur eins: raus aus Manchester, raus aus der Enge der Familie, der Wohnung, der Clique. Sie wollen mit dem Auto nach Málaga fahren, um einen Sommer voll Partys, Alkohol und Frauen zu erleben und vielleicht nie wieder zurückzukommen. Doch in der Nacht ihrer Abschiedsparty wird Mac erstochen. Stick steht unter Schock und muss mit seiner Trauer, seiner Wut, seinem Wunsch nach Freiheit und familiärer Geborgenheit klarkommen. Dann lernt er »J« kennen, ein Mädchen mit pinken Haaren und Piercings. Endlich scheint sich für den 17-Jährigen etwas zum Positiven zu wenden. Doch Sticks Wut ist nach wie vor da, und die Unruhen von London greifen bald auch auf Manchester über …

Meine Meinung:

Die beiden Freunde Stick und Mac planen zu ihrem 18. Geburtstag eine Reise nach Spanien. Gerade Stick hat es nicht leicht, denn er verlor bei einem tragischen Unfall seine Schwester. Seine Mutter leidet seitdem unter einer Zwangsneurose und klammert sich sehr an ihren Sohn. Sticks Vater hat die Familie verlassen und eine neue Familie gegründet. Die Vorfreude ist groß. denn die beiden Freunde freuen sich darauf, ihrem Alltag entfliehen zu könen und haben für Spanien große Pläne geschmiedet. In der Nacht vor der Abreise wird Mac erstochen aufgefunden, was Stick den Boden unter den Füßen wegreisst. Er lernt "J" kennen. Ein ungewöhnliches Mädchen, das ihn fasziniert. Wärenddessen gibt es schlimme Ausschreitungen in London, die nach Manchester, die Stadt, in der Stick wohnt, überzugreifen drohen...

Vorweg muss ich sagen, dass "Die Nacht brennt" kein Buch ist, das man mal eben so wegliest.  Auf Sticks Schultern lastet jede Menge Verantwortung. Seine Mutter ist kein einfacher Charakter, denn sie lässt Stick nicht viel Luft zum Atmen. Bei einem Feuer hat sie ihre Tochter verloren und so ist es fast schon logisch, dass sie Angst hat auch ihren Sohn Kieran, wie Stick wirklich heißt, zu verlieren. Stick tut sein bestes um seiner Mutter zu helfen. Regelrechten Hass hegt er gegen seinen Vater und auch mir kam der Vater feige, besserwisserisch und unsymphatisch vor. Ich hatte das Gefühl, dass er sich einfach der Verantwortung entzogen hat und nun mit seiner neuen Familie heile Welt spielt, dabei allerdings Stick und seine Mutter in ihrer Trauer und ihrem, nicht einfachen Leben, alleine läßt.

Sarah Butler hat in einer sehr schönen Sprache eine Geschichte über das Erwachsenwerden, Wut, Zukunftsängsten, Liebe, Verlust und Vertrauen geschrieben. Sie hat mit Stick einen jungen Mann gezeichnet, der in seinem knapp 18jährigen Leben schon viel durchmachen musste und viel Wut in sich hat, für die er ein Ventil sucht. Irgendwie bleibt Stick in seiner Trauer um seinen besten Freund Mac ziemlich alleine, dabei möchte er so viel sagen, was ihm allerdings nicht wirklich in Gegenwart seiner Eltern über die Lippen kommt. Vielleicht hatte er Angst Schwäche zu zeigen, denn bei "J" kann er sein wahres Inneres wenigstens zum Teil offen legen.

Die Story macht sehr nachdenklich und ich frage mich oft, was Menschen, gerade Jugendliche, dazu treibt, ihrer Wut in Gewalttätigkeiten Ausdruck zu verleihen. Sarah Butler hat dem Leser da ein klein wenig Einblick gegeben und man kann sich sehr gut in Stick hineinversetzen. Sein Wunsch nach Familie und Geborgenheit wird nicht wirklich erfüllt und dann stirbt der einzige Mensch, auf den er sich sein Leben lang hundertprozentig verlassen hat, sein einziger Halt, dem er bedingungslos vertraut hat und die Wut auf den Täter und die immerwährende Frage nach dem Warum, frisst Kieran fast auf.

Die Geschichte endet offen, sodass man sich lange nach Beendigung noch Gedanken zum Buch macht, was auch ganz gut so ist.

Wer hier eine Jugendbuch über rosarote Liebe und einem absoluten Happy End erwartet, liegt mit "Die Nacht brennt" vollkommen falsch. Vielmehr übt die Autorin in ihrem Buch Gesellschaftskritik, zeigt dem Leser, wie es wirklich in einigen Jugendlichen gefühlsmäßig aussehen kann und lernt uns, auf unsere Jugendlichen vielleicht ein bisschen mehr einzugehen. Deshalb gebe ich gerne eine absolute Leseempfehlung!






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