Montag, 14. März 2016

Rezension - LockedIn-Wach auf, wenn du kannst

Holly Seddon
Locked in
Wach auf, wenn du kannst


Roman
Originaltitel: Try Not To Breathe
Aus dem Englischen von Astrid Finke
Deutsche Erstausgabe

Paperback, Klappenbroschur, 432 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-41922-3
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne 
Erscheinungstermin: 14. März 2016




Kurzbeschreibung: 

Du denkst, sie hört dich nicht. Aber du täuschst dich.

Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten. Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?

Meine Meinung: 

Amy Stevenson war 15 Jahre alt, als sie schwer misshandelt aufgefunden wird. Wer dem Mädchen die Verletzungen beigebracht hat, ist auch 15 Jahre nach der Tat nicht bekannt. Alex Dale, Journalistin und Alkoholikerin, stößt bei Recherchen auf Amys Fall und ist fest entschlossen, Amys Täter, mit der Hilfe,der im Wachkoma liegenden jungen Frau, zu finden....

Ich beschäftige mich schon lange mit den Thema Wachkoma, denn es fasziniert mich unheimlich und ich frage mich, ob und was die Patienten von ihrer Außenwelt mitbekommen.

Holly Seddon hat hier weder Thriller noch Krimi, sondern einen hochinteressanten und sehr spannenden Roman geschrieben, den ich förmlich gefressen habe.

Alex Dale ist Alkoholikerin. Irgendwie hat sie sich so weit im Griff, dass sie morgens - mehr schlecht als recht-  ihrere freiberuflichen Arbeit als Journalistin nachgehen kann und dem Alkohol dem Nachmittag und Abend widmet. Sobald Alex getrunken hat, kann sie sich am nächsten Tag an nur noch wenig erinnern und wacht oft in einem nassen Bett, weil sie ihre Blase nicht mehr unter Kontrolle hat, auf. Auch ihre Ehe mit dem Polizisten Matthew Livingstone, den sie immer noch liebt und vermisst, ging wegen ihrer Sucht in die Brüche. Trotzdem bittet sie ihren Exmann ihr bei dem Fall etwas unter die Arme zu greifen, was dieser ihr nur widerwillig und nach gutem Zureden, mit Einschränkungen zusichert.

Die Geschichte wird uns abwechselnd von verschiedenen Personen erzählt. Besonders fasziniert hat mich, dass Amy selbst ihre Geschichte und ihre Gedanken preisgibt. Sie wartet auf ihre Mum, freut sich, dass ihr Freund sie ab und an besuchen kommt, hat aber keine Ahnung, dass sie im Koma liegt und schon gar nicht wie lange. Vielmehr denkt sie, dass sie einfach nur viel schläft und wundert sich, dass anscheinend niemand sie hören kann. Wenn Alex an ihrem Bett sitzt und ihr erzählt, was mit ihr geschehen ist und dass sie versucht den Täter zu finden, reagiert Amy teils heftig, was den Ärzten und Schwestern im Krankenhaus natürlich nicht gefällt. Aber nicht nur Amys Reaktionen, sondern auch Alex´ Leben ändert sich langsam und Stück für Stück.

Holly Seddon erzählt die Geschichte von Amy und auch die von Alex´ sehr feinfühlig. Ohne Sensationshascherei führt sie den Leser immer weiter in Amys Kopf und in Alex´ Seelenleben. Alex leidet und will unbedingt mit dem Trinken aufhören, denn der Alkohol hat schon zu viel in ihrem Leben kaputtgemacht. Einzig das Durchhaltevermögen macht ihr schwer zu schaffen und man leidet beim Lesen mit der Journalistin aber auch mit Amy mit. Amy hat mir unwahrscheinlich leid getan, denn sie denkt, dass sie immer noch 15 ist, hat keine Ahnung, was in der Zwischenzeit alles geschehen ist und ich hatte fast Angst davor, dass die, nun schon erwachsene Frau, aufwacht und mit dem Schock einfach nicht umgehen kann.

Der Roman ist sehr komplex und ich hatte verschiedene Personen in Verdacht, bin aber bis zum Schluß mit meiner Vermutung falsche gelegen. Im letzten Drittel werden die Kapitel immer kürzer, sodass man, den ohnehin schon unglaublich spannenden Pageturner, gar nicht mehr aus der Hand legen mag!

Das Ende hat mich sehr zufrieden gestellt und ich hatte sehr kurzweilige, hochspannende und interessante Lesestunden. Insgeheim hoffe ich, dass es mit der Journalistin Alex Dale weitergehen wird, denn ich denke, dass sie selbst ihre Geschichte noch nicht ganz zu Ende erzählt hat. Auf jeden Fall würde ich mich sehr freuen nochmal von der mutigen Journalistin lesen zu dürfen!

Fazit: Hochspannender Pageturner für den ich gerne eine absolute Leseempfehlung gebe!
 


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