Mittwoch, 6. Juli 2016

Rezension - Nicht von dieser Welt

Ulbricht, A.: Nicht von dieser Welt

ISBN: 978-3-943767-58-2

lieferbar, Klappenbroschur, 290 Seiten

14,90 €

Klak Verlag









Kurzbeschreibung:

Heinz ist ein Single, der gern liest, Schach spielt und seinen Hund verwöhnt. Ein Mann, der weder Handy noch Fernseher besitzt, nicht auf Facebook ist und sich nicht für Fußball interessiert. Seinen Lebenstraum, junge Menschen als Lehrer für Sprache und Literatur zu begeistern, hat Heinz eigentlich längst begraben…

Doch plötzlich steht er in einem Klassenraum eines Gymnasiums der Generation Selfie und WhatsApp gegenüber. Dort sitzen Olaf und seine Freunde, die die Schüler gegen Heinz aufwiegeln und vor keiner Eskalation zurückschrecken. Aber da sind auch sein skurriler Kollege Sker und vor allem zwei Schüler, die seinen Schutz brauchen. Vor einer Klassenfahrt hofft Heinz auf einen Neuanfang. Doch es kommt anders und Heinz entschließt sich, den Schülern in diesem Psychokrieg eine grausame Lektion zu erteilen.

Arne Ulbricht, "der Mann, der kein Beamter sein will" (Rheinische Post), hat mit Nicht von dieser Welt das eindringliche Psychogramm eines Lehrers geschrieben, der aus seinem Scheitern verhängnisvolle Konsequenzen zieht.

Hier hat sich jemand etwas von der Seele geschrieben. Knallhart und eiskalt.

Stefan Seitz, Wuppertaler Rundschau

Meine Meinung: 

Heinz Traum ist es Lehrer zu sein. Eigentlich hatte sich das für ihn schon erledigt, allerdings scheint sein Traum wahr zu werden und Heinz beginnt an einer Schule zu unterrichten.

Heinz ist ganz anders, als andere Lehrer. Er gibt nichts auf Fernseher, Handy und das damit verbundene WhatsApp oder gar Facebook. Vielmehr interessiert er sich für Literatur, allen voran Werken von Karl May.

Heinz unterrichtet unter anderem in der 9a. Diese Klasse hat mit Olaf und seinen Freunden, Störer, Klassenclowns, wie es sie real in sehr vielen Klassen gibt.  Olaf ist ein Aufwiegler und er schafft es die Klasse gegen Heinz aufzubringen.

Als es auf Klassenfahrt geht, an der Heinz als Begleitlehrer teilnehmen soll, hofft dieser auf einen Neuanfang. Allerdings kommt es ganz anders....

Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich gemacht wie "Nicht von dieser Welt". Mit Heinz ist Arne Ulbricht ein Charakter gelungen, der mich sehr fasziniert hat, der mir aber gleichzeitig sehr leid getan hat und in den man sich sehr gut hineinversetzen kann. Heinz hat so gut wie keine Freunde. Sein einziger Verbündeter ist sein Hund Franz, den er abgöttisch liebt und für den er alles tun würde. Auch mit seiner Familie kommt Heinz nicht zurecht. Sein Vater hat es ihm nie verziehen, dass er "nur" Lehrer sein möchte und belächelt ihn mehr oder wenier. Er wird auch einfach mal so übersehen von seiner Familie. Wertschätzung erfährt er nicht, dabei ist er ein unheimlich lieber, verständnisvoller aber auch sehr zerbrechlicher Mensch, der es verdient hätte, dass man sich mit ihm intensiver auseinandersetzt und auch mal zwischen den Zeilen liest.

Heinz ist eigentlich ein toller Lehrer. Noten sind ihm zuwider und er möchte die Jugendlichen viel mehr an Literatur heranführen, was ihm so gut wie gar nicht gelingt.

Mobbing ist an Schulen ein großes Thema, das leider - meiner Meinung nach - von Lehrern und auch Eltern ( oft von mobbenden Schülern ) nicht so ernst genommen wird, wie es eigentlich sein sollte. Wenn man sich als Elternteil an einen Lehrer wendet, wird man oft mir Argumenten, dass das ja schließlich Kinder seien und diese das schon unter sich ausmachen würden, abgespeist und das Anliegen wird mehr oder weniger intensiv verfolgt und verläuft oft im Sande. Mobbing an Lehrer durch Schüler wird kaum thematisiert. Genau da legt der Autor den Finger in die Wunde. Arne Ulbricht nimmt den Leser an die Hand und zwingt ihn hinzuschauen. Die Geschichte um Heinz aus der Hand zu legen fällt schwer und doch musste ich ab und an einfach mal eine Zwangspause einlegen, weil mich das Thema einfach nicht losgelassen hat und mein Gehirn auf Hochtouren arbeitete. Der Roman tut weh und das ist auch ganz gut so!

Eindringlich beschreibt er, dass für Schüler wie Lehrern, die anders sind und nicht so ganz ins Bild passen, die Schule zu einem Spießrutenlauf werden kann. Wenn dann noch dazukommt das ein Lehrer auch nur durch Kollegen gemobbt wird, kann man sich vielleicht vorstellen, wo so etwas hinführen kann.

"Nicht von dieser Welt" hat mich nachdenklich und fassungslos zurückgelassen, denn das Ende war für mich ein Schock! Mit so einem Abschluss habe ich nicht gerechnet! Der Autor baut einen Schreckmoment ein, der den Leser nachdenklich, traurig und auf skurille Art und Weise auch ein Stück weit zufrieden zurück lässt. Dieses Ende war nach längerer Bedenkzeit für mich absolut perfekt! Chapeu, Arne Ulbricht!

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für einen Roman, der in meinen Augen  ein sehr wichtiges Thema behandelt und unbedingt gelesen werden sollte! Somit findet sich "Nicht von dieser Welt" auf meiner persönlichen Highlightliste wieder!


 

Kommentare:

  1. Oh Wow, Alex, das klingt nach einem Buch für mich! Muss ich mir gleich mal vormerken!

    Liebe Grüße

    Anja

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  2. Könnte dir gefallen, liebe Anja! :)

    Liebe Grüße
    Alex

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