Mittwoch, 19. April 2017

Rezension - Die verbotene Zeit

Claire Winter
Die verbotene Zeit

Roman
Originalausgabe

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 576 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-29168-3
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Diana
Erscheinungstermin: 14. April 2015










Kurzbeschreibung: 

1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Lügen ihre Eltern sie an? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in das Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch einer schrecklichen Schuld ...

Berlin, 1922: Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet Edith und Dora von Kindheit an eine so enge und treue Freundschaft, als wären sie Schwestern. Dora ist die Tochter eines einfachen Hausmädchens, Edith die eines reichen Papierfabrikanten. Die beiden wachsen im schillernden Treiben der Großstadt heran, und ihre Verbundenheit bleibt ihnen auch als Erwachsene erhalten. Dora findet ihr Glück mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer, und Edith heiratet den Adeligen Maximilian von Stettenheim. Doch wahre Liebe begegnet Edith erst mit dem charismatischen Violinisten Jules Cohn. In den gefährlichen politischen Zeiten der Dreißigerjahre lässt Edith sich auf ein gewagtes Spiel ein, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Dora bleibt der einzige Mensch, dem sie vertrauen kann. Und Edith wird schließlich gezwungen, die Freundin um etwas zu bitten, das ihrer aller Leben auf dramatische Weise für immer verändern wird ...

Meine Meinung: 

1975: Carla hat einen Autounfall bei dem sie einen Teil ihrer Erinnerungen verliert. Sier lernt den Journalisten David Grant kennen, der behauptet, dass sie auf der Suche nach ihrer totgeglaubten Schwester gewesen sei, die sechzehn Jahre zuvor an der Küste von Cornwall verschwunden ist. Carla weiß nicht, ob und warum ihre Eltern sie anlügen, auch ihr Ehemann benimmt sich höchst seltsam und scheint kein großes Interesse daran zu haben, dass Carla ihre Erinnerungen wiederbekommt. Carla forscht nach bis in die Dreißigerjahre in Berlin und stößt auf einer sehr ungewöhnliche Freundschaft...

1922: Edith und Dora sind allerbeste Freundinnen. Doras Mutter arbeitet im Haus der reichen Eltern von Edith als Hausmädchen. Die beiden Mädchen sind unzertrennlich, was Doras Mutter weniger begeistert, denn die Freundschaft gilt in dieser Zeit als unschicklich. Trotz aller Widrigkeiten bleiben die beiden Mädchen ihr ganzes Leben lang befreundet. Beide Frauen heiraten.Dora ist mit dem ehemaligen Sportler Paul Behringer glücklich und Edith bemerkt schnell, dass sie mit der Heirat des unsymphatischen Adligen Maximilian von Stettenheim einen großen Fehler begangen hat. Ihre wahre Liebe Jules Cohn scheint aber unerfüllt zu bleiben, denn Jules ist Jude und im Widerstand aktiv. Eines Tages bittet Edith ihre Freundin um einen schier unmöglichen Gefallen,der das Leben aller für immer verändern wird...

Claire Winter hat hier einen Roman geschaffen, der den Leser in die Anfänge der Nazizeit katapultiert. Unglaublich spannend und interessant schildert sie die Geschichte der beiden Freundinnen Dora und Edith. Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, deren Freundschaft allerdings ein ganzes Leben lang anhält. Ich habe gerade mit Edith mitgefiebert und mitgelitten, denn ihr Tun in der Nazizeit ist unheimlich gefährlich und ich hatte große Angst um sie und um Jules. Ediths Mann Maximilian von Stettenheim ist nicht der Mann zu, den er vorgibt zu sein. Unglaublich arrogant, hochnäsig und unsymphatisch schwebt er mehr oder weniger durchs Leben, als könnte ihm niemals irgendetwas passieren. Ich konnte Edith nicht verstehen, so einen Unsympath geehelicht zu haben. Allerdings bewegt sich Maximilian eben in der Gesellschaftsschicht, in der auch Edith heimisch ist. So scheint es dann doch nicht allzu verwunderlich.

Dora ist ein unheimlich starke Frau. Was ihr in ihrem Leben widerfährt, wünscht man niemanden. Paul und Doras Liebe ist so groß, dass man das Gefühl hat, dass es nichts gibt, was die beiden je trennen könnte. Schon alleine das Kennenlernen der beiden findet auf ungewöhnliche und gleichzeitig gefährliche Weise statt. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten.

Ich mache nun mal einen Zeitsprung ins Jahr 1975 zu Carla: nach ihrem Autounfall setzt sie alles daran, die Monate, die ihr Gedächtnis gelöscht hat zu rekonstruieren. Carlas Mann ist nicht unbedingt die größte Hilfe, denn man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass der irgendwas verbirgt. Auch ihre Eltern schweigen sich aus, sodass Claire keine andere Möglichkeit hat, als auf eigene Faust zu recherchieren. An ihrer Seite hat sie den Journalisten David Grant, der ihr bei ihrer Suche hilft. Was die beiden Stück für Stück rausbekommen ist erschütternd, herzergreifend und unglaublich.

Die Autorin verwebt hier geschickt die beiden Geschichten zu einer Logischen Story, deren Spannung man sich nicht entziehen kann. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl mittendrin zu sein. Spazierte sowohl durch das Berlin der Dreißigerjahre, wie auch an der Küste Cornwalls. Der bildhafte Schreibstil der Autorin hat es mir möglich gemacht, mir sämtliche Örtlichkeiten gut vorzutellen. Auch die Zeichnung der Charaktere ist authentisch, ihr Tun nachvollziehbar und logisch.

Mir hat es großen Spaß gemacht, das Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Am liebsten hätte ich es gar nicht mehr weggelegt, allerdings musste ich das dann doch, um die Geschichte erstmal etwas sacken zu lassen. Gerne, sehr, sehr gerne mehr davon!

Absolute Lessempfehlung!


Kommentare:

  1. Ich liebe BEIDE Bücher der Autorin, die ich von ihr gelesen habe und warte schon sehnsüchtig auf ein neues Buch! Hast du auch "Die Schwestern von Sherwood" gelesen?
    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Martina,

      nein, ich habe bisher leider nur diesen Roman der Autorin gelesen. Wird aber wahrscheinlich nicht lange so bleiben ;)

      Liebe Grüße
      Alex

      Löschen
  2. Tolle Rezi , macht Lust auf mehr :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Birgit,

      freut mich, wenn dich meine Rezension ein bisschen "anfixen" konnte! :)

      Liebe Grüße
      Alex

      Löschen