Montag, 15. Mai 2017

Rezension - Gymnasium

Susanne Giebeler
Gymnasium


2017, Hardcover, 291 Seiten

tredition
ISBN: 9783734582165
€ 22,99 [D]

Erscheint im März 2017










Kurzbeschreibung: 

Alex kämpft um seine Familie, Kampfarena ist seine neue Schule. Alex denkt, wenn er es hier schafft, werden seine Eltern aufhören, sich wegen seiner schlechten Noten gegenseitig fertigzumachen. Am Gymnasium aber ringt die akademische Mittelschicht um ihren Status, schickt ihre Kinder ins Rennen … »Hanne Christ liebte ihr Kind und Birgit liebte ihres. Alle liebten ihre Kinder und wollten sie vor dem Niedergang bewahren, vor einem Dasein als Klempner, als Krankenschwester oder kaufmännische Angestellte.« Ein Schulroman voller wunderbar böser Beobachtungen. Eine Geschichte über erschöpfte Schüler, verzweifelte Mütter und ratlose Lehrer.


Meine Meinung: 

Alex geht auf ein neues Gymnasium, das er sich selbst ausgesucht hat. Da vor dem Eingang eine große Löwenstatue steht, hat er sich für dieses Gymnasium entschieden. Der Löwe soll für Alex dafür stehen, in der Schule endlich bessere Noten zu schreiben, denn bisher war er ein eher schlechter Schüler. Dass seine Eltern sich ständig streiten, führt er auf seine schlechten schulischen Leistungen zurück. Jetzt soll alles besser werden...

Ich habe mich für "Gymnasium" von Susanne Giebeler entschieden, da schon der Klappentext mich sehr an meinen eigenen Sohn erinnert hat...

Bei Alex und seinen Eltern dreht sich alles um die Schule. Nicht auszudenken, wenn Alex als Klempner enden würde!

In diesem Roman geht es um den täglichen Kampf der Schüler aber auch der Eltern und der Lehrer. Überforderung und der tägliche Kampf um bessere Schulnoten, sowie Mobbing thematisiert die Autorin bissig und authentisch.

Lehrer sind überfordert, da sie sich mit arroganten Eltern auseinandersetzen müssen, Schüler kämpfen mit Mobbing und Mütter stehen gar am Rande der Alkoholsucht. Die Sorge um die berufliche und die damit verbundene soziale Zukunft der Kinder ist das allumfassende Thema in diesem sehr gut erzählten Roman.

Susanne Giebeler zeigt hier auf, dass Schüler schon sehr früh mit der Ellbogengesellschaft konfrontiert werden und den Eindruck bekommen müssen, dass nur der Stärkste sich hier durchsetzen kann. Alex plagt sich mit Schuldgefühlen und macht seine Noten für die Konflikte seiner Eltern verantwortlich. Er will endlich besser werden aber schon am ersten Tag auf seiner neuen Schule muss er sich mit Mitschülern auseinandersetzen, die im alles andere als wohlgesonnen sind.

Ich muss zugeben, dass ich mich bei der Lektüre oft an meine eigene Schullaufbahn erinnert habe und feststellen, dass sich eigentlich im Gegensatz zu damals nicht so sehr viel verändert hat, dass es sogar schlimmer geworden ist und man als Mutter auch mal daran denken sollte, wie sehr nicht ganz so gute Leistungen an den Kindern selbst zerren können. Oft wird behauptet, dass das Kind einfach nur zu faul sei, sich einfach ein bisschen mehr anstrengen muss; dass dahinter aber oft Überforderung steckt, vergessen manche Eltern und so sollen die Kinder auf Teufel komm raus Abitur machen. Ansonsten sei ein "schlechtes" Leben schon vorprogrammiert. Der Preis dafür ist oft sehr hoch. Manche Kinder können unter diesem ständigen Leistungsdruck zerbrechen und das Familienleben bleibt auf der Strecke.

Wie oft hatte ich selbst schlaflose Nächte, bis mir endlich klar wurde, meinem Sohn diese Quälerei nicht mehr anzutun. Für meinen Sohn und für uns persönlich als Familie eine sehr gute Entscheidung!

Mit hat "Gymnasium" sehr gut gefallen und so kann ich guten Gewissens eine absolute Leseempfehlung geben!


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