Montag, 7. August 2017

Rezension - Babydoll

Hollie Overton
Babydoll
Roman

Originaltitel: Baby Doll
Originalverlag: Redhook, Hachette
Aus dem Amerikanischen von Marie-Luise Bezzenberger
Deutsche Erstausgabe

Paperback, Klappenbroschur, 352 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-442-20520-2
€ 15,00 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Goldmann
Erscheinungstermin: 15. Mai 2017







Kurzbeschreibung

Lily Risers neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dünnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die Tür, drückt ihre Tochter an sich – und rennt los. Weg von dem Haus im Wald, weg von dem Mann, der sie acht Jahre lang gefangen hielt. Dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die Tür zu verriegeln. Doch schnell wird klar, dass es für Lily kein Zurück zur Normalität gibt. Zu viel ist geschehen, zu tief sind die Wunden, die sie und ihre Familie durch die Entführung davongetragen haben. Schritt für Schritt tasten sie sich in eine mögliche Zukunft, ohne zu ahnen, dass die dramatischste Bewährungsprobe noch vor ihnen liegt. Denn selbst im Gefängnis plant Lilys Entführer bereits, wie er sie, seine Babydoll, für ihren Ungehorsam bestrafen wird ...

Meine Meinung:

Lily Riser wurde entführt. Nach acht Jahren gelingt ihr mit ihrer kleinen Tochter Sky, nur mit einem Schlafanzug bekleidet, die Flucht vor ihrem Peiniger, der auch der Vater ihrer Tochter ist.

Sogleich macht sie sich auf zu ihrem Elternhaus zu ihrer Zwillingsschwester und ihrer Mutter. Lily muss feststellen, dass ihr Vater mittlerweile tot ist und sich auch sonst Vieles verändert hat, was ein "normales Leben" fast unmöglich macht.

In der Zwischenzeit plant ihr Entführer im Gefängnis bereits die Bestrafung seiner Babydoll...


Der Roman erzählt die Geschichte eines Entführungsopfers, nachdem ihr Martyrium eigentlich beendet sein sollte. Lily hat es in ihrem freien Leben nicht einfach. Ihrer kleine Tochter vermisst ihren Vater, den Entführer Rick. Das Mädchen kennt nichts anderes als Gefangenschaft und so hat das Kind große Probleme in ihrem nun vermeintlichen normalen Leben.
Die Entführung hat natürlich bei Lily selbst, aber auch bei ihrer Familie tiefe Spuren hinterlassen. Was wäre gewesen,wenn damas dieses oder jenes anders verlaufen wäre? Ihre Zwillingsschwester Abby gibt sich selbst die Schuld an der Entführung Lilys, denn das letzte Mal, als die beiden sich gesehen haben, gab es einen dummen Streit. So zerfließt Abby fast in Selbstvorwürfen und setzt alles daran, ihren "Fehler" wieder gutzumachen.

Wer hier einen Thriller erwartet liegt mit "Babydoll" vollkommen falsch. Hollie Overton gewährt uns einen Einblick in die Köpfe der Opfer. Nicht nur Lily musste leiden, sondern ihre gesamte Familie und Freunde. Es geht eben nicht alles ganz normal weiter, was gewiss auch nicht möglich ist. Einfühlsam schildert die Autorin die Qualen, gerade in den Gedanken, der Familienmitglieder und Freunde, was man bei der Lektüre versucht zu verstehen und sich zu fragen beginnt, ob man selber vielleicht auch so gehandelt hätte.

Ich kann mich erinnern, welche Anfeindungen Natascha Kampusch über sich ergehen lassen musste, dabei hat meiner Meinung nach niemand das Recht, sich ein Urteil über die junge Frau erlauben zu dürfen. Das nur am Rande...

Die Story ist spannend und einfühlsam erzählt, allerdings musste ich schon dann und wann mal durchatmen, denn durch den wunderbaren Schreibstil der Autorin fiel es leicht, sich in Lily hineinzuversetzen.

Das Ende hat mich etwas schockiert, denn damit habe ich so nicht gerechnet und so hat mich die Autorin eiskalt erwischt.

Wer den ruhigen Spannungsroman bevorzugt, empfehle ich "Babydoll" allerwärmstens. Mir hat der Roman sehr gut gefallen und so komme ich nicht umhin eine absolute Leseempfehlung zu geben. Ich bin gespannt, was wir von Hollie Overton noch erwarten dürfen!





1 Kommentar:

  1. Hallo! =)
    Mir hat das Buch sehr gefallen und es steht ja auch nicht Thriller drauf, sondern Roman. Und ich finde, dass es hier oft viel spannender zuging als in manche Bücher, die Thriller als Untertitel haben...besonders in letzter Zeit gibt es da so einige Fälle. Ich empfehle Baby Doll weiter, weil es mich wirklich fesseln konnte und ich musste auch fast durchgehend an Natascha Kampusch denken.
    Liebe Grüße
    Martina

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